CHU Ablauf 

Wie funktioniert eigentlich ein CHU?

CHU = Concours Hippique Universitaire (Hochschulvergleichsturnier)

Studentenreitturniere sind anders als normale Turniere. Die Reiterinnen und Reiter messen sich gegenseitig in einem K.O System auf Pferden, die von der gastgebenden Reitergruppe zur Verfügung gestellt werden. In der Regel treten 12 Mannschaften mit jeweils 3 Reitern gegeneinander an. Der Ablauf des Turniers gestaltet sich folgendermaßen:

Freitag: Eintreffabend (Mottoparty)

Die Reitgruppen treffen ab 22 Uhr in der Turnhalle ein, richten ihre Schlafplätze ein und machen sich für die Mottoparty breit.
Zur Party? Zur Party!

Samstag: Dressur und Party

Meistens wird gegen 8:30 Uhr geweckt und gemeinsam auf der Anlage gefrühstückt. Dann beginnen die Prüfungen jeweils mit einer Pferdevorstellung. Die Pferde werden im Losverfahren zugelost. Pro Pferd treten drei Reiter aus verschiedenen Reitgruppen gegeneinander an. Der Reiter, der die beste Note auf dem jeweiligen Pferd erreitet, kommt in die nächste Runde.
Die erste Runde, eine A-Dressur wird zusammen mit den anderen beiden Teammitgliedern in einer Abteilung geritten. In dieser Runde gibt es sowohl Team- und Einzelwertnoten, als auch den Stilpreis. Als nächstes - meist nach dem Mittagessen - wird eine L-Dressur auf Trense geritten, im Halbfinale eine L-Dressur auf Kandare.
Nach dem Reiten geht es entweder zum Rahmenprogramm oder zurück in die Turnhalle, zur Partyvorbereitung. Ab 22:00 geht es dann auch schon los.


Sonntag: Springen, Finale und Siegerehrung

Sontags nach dem Frühstück beginnen dann die Springprüfungen: Wie bereits in der Dressur reiten drei Teilnehmer pro Pferd gegeneinander, wobei der Beste eine Runde weiter kommt. Begonnen wird mit einem A-Springen (Stil, Fehler). Darauf folgen zwei L-Springen (Stil, Fehler) und im Finale wird ein M-Springen (Fehler, Zeit) geritten. Nach dem ersten Finalreiter findet das traditionelle Finalknutschen statt, bei dem die Finalisten miteinander (bei Gleichgeschlechtlichkeit wird beiden ein andersgeschlechtlicher Partner von der gastgebenden Reitgruppe bestimmt) knutschend durch die Halle rollen. Im Anschluss erfolgt dann das M-Dressur-Finale mit Finalknutschen und die Siegerehrung.

Bei der Siegerehrung geht niemand leer aus. Neben Einzelplatzierungen in der Dressur und im Springen werden alle Teams platziert und Sonderpreise vergeben. Der S-Cup (Survival-Cup) geht an das Team welches am längsten und mit der besten Stimmung über das Wochenende durchgehalten hat. Der Baggerpreis geht an die Person die am Wochenende am meisten Action ;) hatte. 

Studentenreiterei


Geschichte

Die Anfänge der Studentenreiterei reichen zurück bis ins 17. Jhd. Sie entstand durch die Gründung von Reitschulen an den damaligen Universitäten. Im Jahr 1929 wurde der erste akademische Reitbund gegründet, die ersten Hochschulmeisterschaften im Reiten fanden 1932 in Berlin statt. Nach dem 2. Weltkrieg fand 1951 das erste nationale Vergleichsturnier statt und im Jahr 1954 wurde der Deutsche Akademische Reitverband (DAR) gegründet. 15 Jahre später wurde das erste internationale Studentenreiterturnier ausgetragen. 

Gegenwart

Die Gruppe der Studentenreiter setzt sich aus nahezu allen Sparten der Reiterei zusammen. Das Spektrum reicht vom Freizeitreiter über gelegentliche Turnierreiter bis zum Träger des Goldenen Reitabzeichens. Allen gemeinsam ist aber der Spaß an Pferden, am Feiern und am Herumreisen auf Turnieren. Außerdem bietet die Studentenreiterei die einmalige Gelegenheit, Leute aus dem ganzen Bundesgebiet kennenzulernen und wieder zu treffen, sei es auf einem Turnier, einer Planwagenfahrt oder einem Glühweinritt. Viele hocherfolgreiche Turnierreiter, wie z.B Isabell Werth, Michael Klimke, Gina Capellmann oder Sven Rothenberger haben eine Studentenreitervergangenheit, und viele "Ehemalige" sind doch immer wieder als "Schlabus" auf dem einen oder anderen Turnier dabei. 

Was kommt danach?

Auch nach dem Studium bleiben viele Altakademiker dem Gedanken der Studentenreiterei treu und bringen ihre gewonnenen Erfahrungen in vielfältiger Weise in den Reitsport ein. Das jahrelange Engagement in den organisatorischen Aufgaben des Hochschulreitsports und in der Organisation studentischer Großveranstaltungen bietet den reitenden Studenten ein weites Feld, auf dem Wissen und Erfahrung gesammelt werden können, die sich in keinem Hörsaal vermitteln lassen. Trotz des zunehmenden Leistungsdrucks an den Hochschulen sind die Studentenreiter aus reiner Freude an der Sache bereit, ungezählte Stunden zu opfern. Das Turniergeschehen erfordert Eigenschaften wie Ideenreichtum und Durchhaltevermögen sowie Kontaktfreude, internationale Ausrichtung und ein hohes Maß an Mobilität. Besonders aufgrund ihres engagierten Einsatzes auch außerhalb des Hochschulsports sind die reitenden Studenten in den Führungsebenen nahezu jeder reitsportlichen Organisation und Veranstaltung vertreten; fast alle großen Pferdesportveranstaltungen rekrutieren Teile ihres Mitarbeiterteams aus den Kreisen der aktiven und ehemaligen Studentenreiter, so z.B. die Equitana und die Bundeschampionate.